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Ihre Rechtsanwältin Julia Hoffmann.
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Wilhelm-Leuschner-Str. 2
67547 Worms
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Wenn Eltern sich trennen und Fragen zum Sorge- oder Umgangsrecht im Raum stehen, rückt häufig ein zentraler Punkt in den Fokus: der Wille des Kindes. In der gerichtlichen Praxis wird dieser in den letzten Jahren zunehmend stark gewichtet – teilweise sogar ohne eingehende Prüfung, ob er unbeeinflusst zustande gekommen ist. Begründet wird dies oft mit dem Gedanken der sogenannten Selbstwirksamkeit: Kinder sollen erleben, dass ihre Meinung zählt und Wirkung entfaltet.
Doch diese Betrachtung greift zu kurz.
Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu klare Leitlinien formuliert:
Der Wille des Kindes ist zu berücksichtigen – jedoch nur insoweit, wie dies mit dem Kindeswohl vereinbar ist.
Das bedeutet: Kinder haben selbstverständlich ein Recht darauf, ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Gleichzeitig sind Gerichte verpflichtet, sorgfältig zu prüfen, ob dieser Wille tatsächlich Ausdruck eigener Bindungen und Gefühle ist oder möglicherweise durch äußere Einflüsse geprägt wurde.
Äußert ein Kind beispielsweise den Wunsch, keinen Kontakt mehr zu einem Elternteil zu haben, darf dies nicht ungeprüft übernommen werden. Vielmehr muss hinterfragt werden, ob dieser Wunsch authentisch ist oder etwa aus einem Loyalitätskonflikt heraus entsteht.
In der Praxis zeigt sich, dass der Kindeswille mitunter auch dann berücksichtigt wird, wenn Anhaltspunkte für eine Beeinflussung bestehen. Das ist problematisch:
Der Begriff der Selbstwirksamkeit wird häufig missverstanden. Der Psychologe und Jurist Dr. Jorge Guerra Gonzalez weist darauf hin, dass Selbstwirksamkeit nicht dadurch entsteht, dass Kinder stets ihren Willen durchsetzen können.
Vielmehr entwickelt sie sich durch:
Kinder sollten daher in Entscheidungen einbezogen werden – jedoch altersgerecht und ohne ihnen die volle Verantwortung für weitreichende Entscheidungen zu übertragen.
Der Kindeswille ist ein wichtiger, aber nicht allein entscheidender Faktor. Maßgeblich bleibt stets das Kindeswohl. In manchen Fällen bedeutet dies, dem Wunsch des Kindes zu folgen – in anderen Situationen jedoch, behutsam gegenzusteuern und den Kontakt zu beiden Elternteilen zu fördern.
Denn letztlich geht es nicht um ein „Gewinnen“ der Eltern, sondern darum, Kindern ein stabiles Umfeld zu ermöglichen, in dem sie sich gesund entwickeln und tragfähige Beziehungen aufbauen können.
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